Zum Übergang von EM zur Bundesliga…

30. Juli 2013

Quelle: Caulius bloggt

„Männerfußball“ hofft auf Aufschwung

8. EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft könnte sich positiv auf Herren-Spiele auswirken

Am Rande des Empfangs der achtfachen Titelträgerinnen in Frankfurt a. M. bekräftigte DFB-Präsident Niersbach seine Hoffnung auf eine Signalwirkung für die Männer. „Die Männer-Nationalmannschaft hat viel zu lang im Schatten der großen Erfolge von Nationaltrainerin Neid und ihren Spielerinnen gestanden. Jetzt gilt es, die Aufbruchsstimmung auch auf das andere Geschlecht zu übertragen.“

Die Statistik jedoch spricht gegen die Chance, den gepflegten Herren-Fußball aus seinem Nischendasein herauszuholen. Gerade mal drei Titel erreichten die außerhalb des Fußballplatzes gerne mal als das „starkes Geschlecht“ bezeichneten Männer seit 1960. Die Frauen bringen es hingegen auf acht Meisterschaften seit 1984 – sechs aktuell in Folge.

Weshalb dieses Leistungsgefälle? Fachleute sind sich einig, dass es nicht an der Masse liegt. Mit den zahlreichen Erfolgen der Damen in den letzten Jahren kamen auch viele hoffnungsvolle Jungs auf die Idee, in Fußballvereine einzutreten. Eigene Jungen- und Männer-Sparten schossen wie Pilze aus dem stramm geschnittenen grünen Rasen. Doch die Attraktivität der Frauen wurde nie erreicht. Statt filigraner Technik wird bei den Männern gerumst wie in der Steinzeit beim Kampf um das Wasserloch mit den Schimpansen. Wo die Frauen bei den Europameisterschaften pro Spiel im Durchschnitt nur 1 bis 2 gelbe und keine rote Karte bekommen (so z. B. bei der EM 2013 in Schweden), sind es bei den Männern 4 bis 5 Gelbe und durchaus auch mal ein Platzverweis. Und wo die moderne Fußballerin locker über das gestreckte Bein der Gegnerin hüpft, da krümmt sich der Fußballer schon bei der leichtesten Berührung, als wäre ihm gerade mit der rostigen Spitzhacke der Unterschenkel amputiert worden. Wer will das sehen? Der Männerfußball hat hier noch einen steinigen Weg vor sich.

Der DFB ist rührend darum bemüht, Männerfußball in Deutschland zu etablieren. Inzwischen wird auch dort in Bundesligen gekämpft und sogar eine Champions League wird von der UEFA ausgerichtet. Die Trikots sind vielleicht nicht ganz so eng geschnitten, aber auch hier geht eine Partie über die volle 90-Minuten Distanz. Das Wolfsburg des Männerfußballs heißt übrigens „Bayern München“ und schickt sich diese Saison mit spanischer Hilfe an, etwas Eleganz in die Stadien zu bringen.

Zu wünschen wäre es ihnen. Niersbach hält jedoch den Ball flach: „Männer sind keine Frauen!“ Keiner möchte ihm widersprechen.

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